Universum – Paralleluniversen

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Die Viele-Welten-Interpretation (engl. many-worlds interpretation oder MWI) ist eine ‚realistische’ Interpretation der Quantenmechanik von Hugh Everett III, welche die unterschiedlichen überlagerten Zustände, die sich in der Zeitentwicklung eines quantenmechanischen Systems üblicherweise zwischen zwei Beobachtungen ergeben, als in unterschiedlichen, real existierenden Welten realisiert, versteht.

Wie andere Interpretationen der Quantenmechanik, aber im Gegensatz zur Kopenhagener Interpretation, versucht die Viele-Welten-Interpretation, dem mathematischen Formalismus der Quantenmechanik eine ontologische Bedeutung zuzuordnen. Motivierend war für Hugh Everett ein Aspekt der heute wie damals von den meisten Wissenschaftlern akzeptierten Kopenhagener Deutung: die Existenz überlagerter Zustände bis zum so genannten Kollaps der Wellenfunktion.

Die Kopenhagener Deutung kennt eine kontinuierliche Zeitentwicklung eines quantenphysikalischen Systems entsprechend der Schrödinger-Gleichung. Findet ein Messprozess statt, ändert sich das Wissen über den Zustand des Systems zum Messzeitpunkt diskontinuierlich. Sobald man einen quantenphysikalischen Zustand einer Messung unterzieht, kollabiert der überlagerte Zustand in einen so genannten Eigenzustand des Messoperators. Die Wahrscheinlichkeit dafür, einen bestimmten dieser diskreten Zustände zu beobachten, ist dabei mittels der Bornschen Regel aus der Schrödinger-Gleichung ableitbar. Der „Kollaps” geschieht abrupt ohne Zeitverzögerung; außerdem kann die Störung, welche durch den Messprozess am System vorgenommen wird, beliebig schwach sein.

Albert Einstein, welcher den Kollaps als spukhafte Fernwirkung betitelte, empfand diesen postulierten Kollaps als unelegant. Seine Kritik (siehe EPR-Effekt) entzündete sich vor allem daran, dass die Kopenhagener Deutung es aufgab, der Wellenfunktion der Schrödinger-Gleichung eine unmittelbare physikalische Realität zuzusprechen. Sagt die Wellenfunktion jedoch nur die Häufigkeitsverteilung der Messergebnisse an einem quantenphysikalischen System voraus, entspricht der Kollaps lediglich dem Übergang auf die genauere, nach der Messung mögliche Beschreibungsstufe des Systems.

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt ist, dass es im Rahmen der Kopenhagener Interpretation keine klare Definition gibt, ab wann ein Prozess als Messung zählt, also einen Kollaps herbeiführt, und wann man noch mit der Schrödinger-Gleichung rechnen kann. Carl Friedrich von Weizsäcker schlägt als eine Bedingung für den Übergang vor, dass während der Messung ein „irreversibles Ereignis” stattgefunden haben muss, das ein „Dokument” des Geschehenen erzeugt.

 

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